Die Fördergemeinschaft

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In  einem Nutzungsvertrag mit der Stadt Neustadt an der Weinstraße und dem Lande Rheinland-Pfalz pachtete 1983 eine Fördergemeinschaft von Mußbacher Bürgern und Vereinen die leerstehenden Gebäude mit dem Ziel, den historischen Mittelpunkt von Mußbach öffentlich zugänglich zu machen und ihn kulturell zu beleben. Das Kutscherhaus und der Johannitergarten werden zurzeit vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt-Mußbach genutzt.
In tausenden ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden schufen sich die Mußbacher Bürger in beispielhafter Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz, der Stadtverwaltung, dem Staatsbauamt Speyer und mit finanzieller Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz ein Kulturzentrum, das im vorderpfälzischen Raum einzigartig ist.  Heute befinden sich im Getreidekasten ein von den Mußbacher Winzern eingerichtetes Weinbaumuseum und zwei Ausstellungsräume. Die alten Stallungen wurden zu einem „Haus der Vereine“ ausgebaut, das von dem Männerchor, den Landfrauen, der Trachtengruppe und der Fördergemeinschaft mit Leben für  kulturellle und weinbauliche Zwecke erfüllt wird. Als ein Glanzstück besonderer Art ist das ehemalige Kelterhaus zu nennen, eine vor 1530 erbaute große Scheune, die im Obergeschoß zum Festsaal des Herrenhofes ausgebaut und im Jahre 1991 fertiggestellt wurde. Der eindrucksvolle Festsaal mit rund 400 Sitzplätzen wird heute gleichermaßen genutzt für Konzerte, Theater, Kleinkunst, Bälle und sonstige Festivitäten, Weinproben eingeschlossen. Im Erdgeschoß wurde eine einzigartige große Ausstellungshalle für besondere repräsentative Aufgaben geschaffen – so kam Weltkunst in die Region. Im Hof finden Weinfeste, Hoffeste und Liederabende statt.  Auch die Villa im Westen des Herrenhofes, ein 1886/87 von Otto Sartorius erbautes Weinhandelshaus, heute ein stilvoller Musentempel, stellt sich nach umfassender Renovierung in neuem Glanz vor und ist das vierte Gebäude des Herrenhofkomplexes, das heute als "Haus der Musik im Kulturprogramm des Herrenhofes verankert und in dem auch das Puppentheater beheimatet ist. Auch ein grüner Parkplatz wurde im Johannitergarten zum Pavillion hin angelegt. Heute kann man am Beispiel Herrenhof studieren, was Bürgerinitiative und Gemeinschaftsarbeit zu bewegen vermögen. Wie Phönix aus der Asche sind die alte Bausubstanz und das architektonische Gesamtbild des historischen Johannitergutes wiederentstanden und einer neuen, kulturellen Zweckbestimmung zugeführt worden.