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Parkvillakonzert : Historische Tasteninstrumente

Sonntag, 6. Mai 2018, um 17:00 Uhr.

Im Veranstaltungsort* Parkvilla

 Aufrufe : 1420
 

6. Mai 2018, 17.00 Uhr, Parkvilla des Herrenhofs

HISTORISCHE TASTENINSTRUMENTE mitMiklós Spányi - Clavichord und Cembalo

 

 

Jeder Clavierist soll von Rechtswegen einen guten Flügel und auch ein gutes Clavier haben, damit er auf beyden allerley Sachen abwechselnd spielen könne.’ So unterrichtet Carl Philipp Emanuel Bach 1753 sofort in der Einleitung seines berühmten Buches Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Nach damaligem Sprachgebrauch war Flügel die Benennung des Cembalos, Clavier dagegen des Clavichordes. Unter den besaiteten Tasteninstrumenten hatten diese zwei die zentrale Rolle mehrere Jahrhunderte vor 1800. Zur absoluten Blütezeit beider Instrumente zählt das 18. Jahrhundert. Die zwei Instrumente lebten friedlich nebeneinander. Erst um 1770-1780 wurde das Hammerklavier, der Vorläufer unseres heutigen Klaviers, so beliebt und so allgemein. dass es die beiden älteren Brüder innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten schnell übertraf und sie vergessen ließ. Erst um 1900 wurde das Cembalo, noch später das Clavichord, erneut entdeckt, was dann zu neuer Blüte, die auch heute vorhanden ist, geführt hat.

Vor der allgemeinen Einführung des Hammerklaviers in das Musikleben hatte das Cembalo diejenige Rolle, die heute dem Konzertflügel zugemessen ist: Konzertinstrument in größerer Öffentlichkeit und größeren Räumen, sowohl in solistischen Aufgaben, als auch als Begleitinstrument in Kammermusik, welche Anforderungen sein brillanter, starker Klang gut erfüllen konnte.

Das Clavichord war dagegen in erster Linie ein Hausinstrument. Sein Klang ist - vor allem nach heutigen Erwartungen - sehr leise, was aber in der häuslichen Umgebung kein Hindernis ist. Für das Solorepertoire (Sonaten, Variationen, Charakterstücke usw.) der damaligen Zeit war es sogar beliebter, als das lautere Cembalo. Innerhalb seiner zerbrechlich leisen Welt bietet das Clavichord nämlich unzählige Farben und feine Schattierungen, Sachen, die erst später mit dem aufkommenden Klavier möglich wurden. Das Clavichord diente normalerweise auch als Unterrichtsinstrument: beherrschte man seine delikate Technik, war danach Cembalo- oder sogar Orgelspiel fast problemlos und die Feinheiten, die das Clavichord einem vertraut machte, konnte man (und kann man auch heute) auf die robusteren, weniger biegsamen Instrumente auch übertragen. Mann kann sagen: zwei Aspekte derselben Musizierpraxis in den zwei gegenüberstehenden Instrumenten, die in der damaligen Kunst des Spiels von Tasteninstrumenten gleichwertig integriert wurden. Auch das Repertoire der Tasteninstrumente im 18. Jh. war größtenteils gemeinsam und vieles davon wurde, wie C.P.E.Bach vorschlägt, tatsächlich ‘abwechselnd’ auf verschiedenen Instrumenten gespielt. (Miklós Spányi)

 

Miklós Spányi ist heutzutage einer der berühmtesten Forscher und Interpret der Musik Carl Philipp Emanuels Bachs weltweit. Seine Forschungstätigkeiten konzerntrieren sich auf C.P.E.Bachs Schaffen und die Geschichte der historischen Stimmungssysteme. Er hat die kompletten Clavierkonzerte (20 Cd’s) C. P. E. Bachs für schwedische Label BIS RECORDS aufgenommen und arbeitet gerade an der Gesamtaufnahme der Solowerke für Tasteninstrument (bisher 35 Cd’s erschienen) dieses Komponisten. Außerdem hat er sich darum Verdienst gemacht, C. P. E. Bachs Lieblingsinstrument, das Clavichord, wiederzubeleben. Bei Könemann Music (Budapest) hat Miklós Spányi mehrere Bände mit C.P.E.Bachs Soloklaviermusik herausgegeben. Er arbeitet momentan auch für die neue C.P.E.Bach-Gesamtausgabe.

Miklós Spányi wurde 1962 in Budapest geboren. Er studierte Orgel, Cembalo und Hammerklavier an der Franz-Liszt-Musikhochschule seiner Heimatstadt bei Ferenc Gergely und János Sebestyén sowie am Koninklijk Vlaams Muziekconservatorium bei Jos van Immerseel und an der Hochschule für Musik in München bei Hedwig Bilgram.

 

Miklós Spányi hat in den meisten europäischen Ländern und in der USA sowohl als Solist auf fünf Tasteninstrumenten (Orgel, Cembalo, Clavichord, Tangentenflügel und Fortepiano) wie auch als Continuo-Spieler in verschiedenen Orchestern und Barockensembles konzertiert. Er gewann erste Preise bei den internationalen Cembalowettbewerben in Nantes (1984) und Paris (1987). Er ist künstlerischer Leiter des ungarischen Barockorchesters Concerto Armonico gewesen seit dessen Gründung.

Er hat als Solist, mit seinem Orchester und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen über 80 CD’s für verschiedene europäische Labels aufgenommen, u.A. BIS Records und Hungaroton Classic. Zwischen 1990-2012 unterrichtete Miklós Spányi am Konservatorium zu Oulu, Finnland und der Sibeliushochschule in Helsinki, heute ist er Lehrer der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, der F. Liszt-Musikhochschule in Budapest und der Hochschule für Künste zu Amsterdam. Miklós Spányi ist auch bekannt als Improvisator und Komponist.

 

 

Auf seinem eigenen Clavichord und dem Skowroneck-Cembalo (nach Dulcken) der Greve-Stiftung spielt Miklós Spányi Sonaten von Johann Gottfried Eckard, Joseph Haydn, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Sebastian Bach.

 

Kartenreservierungen zu 12.-- € / erm. 8.-- bei der Papierschatulle Mußbach 06321- 60360.

Öffnungszeiten: Mo – Sa: 8.30 Uhr – 12.30 Uhr; Di, Do, Fr: 15.00 Uhr – 18.00 Uhr, Montag- und Mittwoch Nachmittag geschlossen.

Konzertkasse ab 16.15 Uhr geöffnet, www.herrenhof-mussbach.de

Künstlerische Leitung: Simon Reichert

Organisation: Neustadter Stiftskantorei e.V., Ägyptenpfad 20, 67433 Neustadt, 06321/970 6631 - www.stiftskantorei.de

 

 

 
 
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