Keine Einschnitte bei der Kultur geplant

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Erstes Treffen der Neustadter Kulturvereine auf Einladung der Stadt in der Festhalle Diedesfeld stößt auf rege Resonanz

Heinrich IV


Als „verheißungsvollen Beginn"stufte Kulturdezernent Lutz Frisch das erste Treffen der kulturtreibenden Vereine in Neustadt ein. Rund 80 Vertreter von 38 Neustadter Kulturvereinen, die nach seinen Berechnungen rund 10.000 Mitglieder repräsentierten, waren am Donnerstagabend der Einladung der Stadt in die Festhalle Diedesfeld gefolgt.


Konkrete Ergebnisse konnte und sollte die nach dem Vorbild der Sportlertreffen konzipierte Zusammenkunft nicht haben, die in erster Linie dem gegenseitigen Kennenlernen diente. Oberbürgermeister Hans Georg Löffler, von dem die Einladung ausgegangen war, nutzte die Gelegenheit dennoch zu einigen grundsätzliche Aussagen: „Versuchen Sie mal an einem Wochenende alle Kulturtermine in der Stadt wahrzunehmen. Sie werden es nicht schaffen", lobte er das kulturelle Angebot in Neustadt, das nicht zuletzt durch das Engagement der Kulturvereine erreicht werde. Trotz der allgemeinen Finanzmisere werde die Kulturförderung in der Stadt sehr ernst genommen, sagte der OB, der zudem erklärte, dass es im Haushalt 2007 keine Einschnitte bei der Kultur geben werde. Er überschlug die Kulturausgaben der Stadt Neustadt grob mit ein bis zwei Millionen Euro, ohne dies weiter zu spezifizieren. Dies sei jedoch „gut angelegtes Geld".


In der anschließenden Vorstellungsrunde der Vereine wurden nur vereinzelt Probleme - wie die zunehmende Überalterung vieler Chöre und Musikvereine - und Kritikpunkte angesprochen. Dr. Dr. Gerhard Wunder drückte als Vorsitzender der Ortsgruppe Neustadt des Historischen Vereins der Pfalz seine Sorge aus, ob nach der Wiedereingliederung der Volkshochschule in die Stadtverwaltung auch künftig die kostenlose Nutzung der Säle im VHS-Gebäude gewährleistet sein werde. Die Mehrzahl der Vereinsvertreter lobte aber ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, „die uns hilft, wo sie kann, und uns klar macht, wo sie nicht kann", wie Gustav-Adolf Bähr, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof, formulierte.


Unter den an dem Treffen teilnehmenden Vereinen bildeten die Musik- und Gesangsvereine, besonders aus den südlichen Ortsteilen, die größte Gruppe. Stark vertreten waren auch die Fördervereine, etwa für die Stadtbücherei, das Hambacher Musikfest, die Alte Winzinger Kirche, das Stadtmuseum, das Ensemble 1800, die Internationalen Meisterkurse für Violine und Gesang und - gerade erst gegründet - die Streicherschule. Auch zwei ausländische Kulturvereine stellten sich vor: der Deutsch-Polnische Kulturverein und der Türkische Kulturkreis Vorderpfalz, für den dies nach Worten von Seyhan Hasirci die erste Einladung dieser Art überhaupt war.


Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Jugendkapelle des Musikvereins Diedesfeld. (hpö)


 

POESCHH / POESCHH

Quelle: 
Publikation: DIE RHEINPFALZ 
Regionalausgabe: Mittelhaardter Rundschau 
Datum: Nr.251 
Datum: Mittwoch, den 28. Oktober 2006 
Seite: Nr.19 
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